Die Lebensberatung
In Österreich versteht man unter Lebensberatung das Konzentrat aus Psychologie und Psychotherapie, versetzt mit einer großen Portion Menschlichkeit und Selbsterfahrung. Nur wenn ich mir meiner eigenen Probleme bewußt bin, und daran arbeite bzw. daran gearbeitet habe, kann ich meinen Klientinnen und Klienten mit größtmöglicher Akzeptanz, Respekt, Empathie und Kongruenz gegenübertreten, um mit ihnen erfolgreich zu arbeiten. Die Ausbildung zum Dipl.-Lebensberater dauert fünf Semester und schließt mit Diplomprüfung und Diplomarbeit ab.
Um die Bewilligung zur Eröffnung einer Lebensberaterpraxis in Österreich zu erlangen, muss die Ableistung von 750 Praxisstunden nachgewiesen werden.
Man weiß, dass der Psychotherapeut psychisch kranke Personen behandelt und seine Patienten meist von Ärzten überwiesen bekommt. Die Therapie wird – zum Teil – von der Krankenkasse bezahlt.
Wer dagegen einen Lebensberater und Coach aufsucht, gilt als veränderungswillig, leistungsorientiert und will Ziele erreichen.
Diese Personen sind Klienten, die ihre Selbsthilfe ankurbeln wollen. Sie können zwar in mehr oder weniger großen Problemen oder Neurosen verstrickt sein, aber sie sind keinesfalls psychisch krank. Sie werden beraten und gecoacht aber nicht therapiert.
Diese Beratung wird leider noch nicht von der Krankenkasse bezahlt.
Meiner Erfahrung nach stehen alle Probleme und alle Ziele in einem systemischen Zusammenhang. Wir Menschen arbeiten, spielen und leben in Systemen (im Familiensystem, Freundschaftssystem, beruflichen System).
Wirf einen kleinen Stein ins Wasser eines Teiches und die Wellen treiben bis zum Ufer und alles, was sie auf diesem Weg berühren, bewegt sich.
Keine Wirkung ohne Ursache, keine Ursache ohne frühkindliche Prägung.
Es gibt immer wieder eine Anzahl von Menschen, die zu Ihrem Problem oder Ihrem Ziel eine Meinung haben und diese auch direkt oder indirekt Ihnen gegenüber vertreten. Sie sind dadurch beeinflussbar und es ist wichtig, diesen Meinungen Gehör zu verschaffen, damit Sie entscheiden können, was mit dem jeweiligen Standpunkt zu geschehen hat.